Vor fünf Jahren entschied Spider Jerusalem, sich aus der Gesellschaft auszugliedern und ein Leben fernab der künstlich aufrecht erhalte- nen Ordnung zu führen. Damit ist sein Verleger überhaupt nicht einverstanden und zwingt den Journalisten (der nicht zufällig an H. S. Thompson erinnert) aus seinem Ruhestand zurückzukehren in die namenlose Metropole, um fortan als scharfzüngiger Kolumnist die sozialen Missstände, die Gleichgültigkeit und den Machtmissbrauch anzuprangern und zu bekämpfen – gerne auch mal mit Mitteln, die den Pressekodex konterkarieren.

1997 wagte Warren Ellis mit Transmetropolitan einen Blick in eine Zukunft, die zu jener Zeit gleichsam fremd wie entfernt zu sein schien. 16 Jahre später hat sich die Gegenwart der des Comics mehr angenähert als wünschenswert. Gleichwohl ist die darstellte Lebensweise in Transmetropolitan nicht durchweg eine negative. In bunter Cyberpunk-Manier bilden DNS modifizierte Menschen, drogenabhängige Maschinen und andere exotische Lebewesen ein soziales Geflecht ab, in dem sich Jerusalem wie ein Geschwür ausnimmt – und ihm permanent den Spiegel vorhält.

Warren Ellis (Autor)
Darick Robertson (Illustrator)
Claudia Fliege (Übersetzerin)

Comic, 240 Seiten
Panini Manga und Comic/ Vertigo

Visionärer Comic: Transmetropolitan
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