Die Donkey Pilots haben am Freitag, dem 2. Mai 2014, das Apex akustisch ordentlich aufgemischt und vorher mit Leben 37 geplaudert. Mit Bierchen in der Hand erzählen Hector Pascal (Gesang), Tyler Bourbon (Gitarre), Buzz T (Bass) und Mr. Reece (Schlagzeug) von ihrem Album „Garbage Man“.

Pfeil Ihr findet, der Esel sei ein störrisches, aber gleichsam genügsames Tier, und dass es gar nicht schlecht sei, auf einem zu reiten. Klingt schön! Wie kommt man auf so was?

Tyler Bourbon: Wir haben selten gehört, dass jemand den Namen schön findet (lacht). Es ist phonetisch ganz angenehm. Passt zur Musik und ergibt eine runde Nummer. Mir ist das auf dem Klo im Zug eingefallen, um ehrlich zu sein. Der eine Teil kam auf der Hinfahrt und der zweite auf der Rückfahrt (lacht).

Pfeil Es gibt euch seit fünf Jahren, aber nicht in der aktuellen Besetzung. Wie seid ihr zusammen gekommen?

Mr. Reece: Das war ganz klassisch inseriert. Ich hab‘ die Anzeige gelesen, fand das interessant, hab‘ die Webseite besucht und mich gemeldet.
Tyler Bourbon: Ja, nach der Produktion der Platte hat uns unser Schlagzeuger nämlich verlassen und wir brauchten einen neuen. Und unter den Bewerbern war Reece der beste.
Mr. Reece: Ich komme eigentlich aus einem anderen Genre, eher Heavy Metal. Aber mir hat das hier irgendwie gefallen und das hat sich dann so entwickelt. Und jetzt find ich’s richtig geil.
Buzz T: Bei mir lief’s genauso.

Pfeil Also waren Buzz T und Mr. Reece gar nicht von Anfang an dabei. Ist „Garbage Man“ dann überhaupt euer „Baby“?
Buzz T: Ja, sonst wäre ich ja nicht hier. Live drücken wir dem Ganzen natürlich unseren persönlichen Stempel auf. Ich denke, da spreche ich für Reece genauso, und somit ist das selbstverständlich auch unser „Baby“ geworden.

Pfeil „Garbage Man“ hat ziemlich versaute, ziemlich dreckige Texte. Hat das mit dem Albumtitel zu tun oder ist das einfach eure Art, Musik zu machen?
Hector Pascal: Natürlich hat das was mit dem „Garbage Man“ zu tun, aber der Albumtitel kam erst später, die Songs waren eher da. Unsere Lieder waren schon immer ein bisschen dreckig, schmutzig, versaut (lacht). Es ist das große Ganze. Ohrenfeindt (Donkey Pilots spielten bereits als Vorband von Ohrenfeindt, Anm. d. Red.) würde es Assi-Rock nennen (lacht). Das hat im Englischen auch einen anderen Touch als auf Deutsch. Man muss das gar nicht so versaut sehen. Man kann es aber natürlich auch furchtbar versaut sehen. Ich spiele schon gern mit Dingen, die man eigentlich nicht sagt und auf Englisch funktioniert das besser.
Tyler Bourbon:  Genau, das bedingt sich alles gegenseitig. Dieser Stil und die Musik und dieses Dreckige, das findet sich ja auch alles in den Texten wieder. Das ist einfach die Art, wie wir Musik machen und wie jeder seinen Teil dazu beiträgt. Dieser „Garbage Man“ auf dem Album rundet das logisch ab und gibt der Platte den Look.

Pfeil Habt ihr schon immer in Bands gespielt, deren Songtexte auf Englisch waren?
Hector Pascal: Ja. Ich bin mit Musik groß geworden, die zu 80% englischsprachig war. Lieder auf Deutsch fand ich einfach nicht so cool. Ich singe am liebsten auf Englisch und kann das auch am besten.
Tyler Bourbon: Das mit dem Englisch hat sich einfach immer so ergeben und ich bin dem Englischen als Musiksprache auch mehr zugeneigt. Die Frage hat sich nie gestellt. Passt besser zu uns.
Hector Pascal: Nicht, dass wir Musik auf Deutsch nicht mögen, aber selber machen ist was anderes. Mir wäre das auf Deutsch zu … deutlich.

Pfeil Wo tretet ihr denn am liebsten auf? Träumt ihr von riesigen Konzerthallen oder sind euch kleine Schuppen lieber?
Mr. Reece: Ach, es hat alles seinen Reiz. Ich würde schon auch gern mal in ’nem Stadion spielen vor Tausenden von Leuten. Aber kleine Clubs finde ich auch sehr geil. Die Nähe zum Publikum ist da, es ist direkter, man kann alles genau sehen und die Band ist näher beisammen. Bei einem großen Konzert sieht man die Leute nicht richtig und auf einer riesigen Bühne sind die Soundverhältnisse ganz anders.
Hector Pascal: Ja genau, ob wir jetzt bei großen Bands im Vorprogramm auf einer großen Bühne stehen oder in einer Kneipe mit 50 Menschen spielen, wo die Fenster fast schon raus fliegen, weil es so eng ist und die Stimmung wahnsinnig gut ist.
Tyler Bourbon: Egal, ob im großen Gewerkschaftshaus in Erfurt oder in Läden, die kleiner sind als ein Wohnzimmer, wo das Wasser nur so die Scheiben runter läuft und es brechend heiß ist – wir spielen überall gern.

Pfeil Seid ihr noch aufgeregt bei einem Live-Konzert?
Buzz T: Höchstens positiv aufgeregt. Ich kann mich da oben hundert prozentig auf die anderen verlassen. Wenn man es sich wie hier im Apex richtig kuschelig machen kann, fühlt man sich rundum wohl und kann gute Musik machen. Und wenn es unten auch gut ankommt, ist alles perfekt gelaufen.
Tyler Bourbon: Aufgeregt bin ich auf jeden Fall. Das zeigt sich mal mehr mal weniger. Meistens kommt das kurz vorher. Aber dann fängst du an zu spielen, dann bist du in dieser Blase. Du verlierst dich, machst Musik, das, was du machen willst, ja, dann bist du wie weggetreten, dann kriegst du nichts mehr mit, dann geht’s los auf die Reise!
Hector Pascal: Kann ich so unterschreiben.
Mr. Reece: Ist bei mir auch so. Ich hab vor jedem Auftritt Lampenfieber, egal wie groß oder klein, selbst wenn wir in einer kleinen Kneipe spielen und da nur fünf Leute sind (lacht). Das wird auch nie weggehen.
Hector Pascal: Ohne wär’s auch echt langweilig.
Tyler Bourbon: Bei mir ist es sogar so, je kleiner die Konzerte, desto größer die Aufregung.
Mr. Reece: Ja, weil man näher dran ist.
Tyler Bourbon: Genau, die Leute stehen einem, je nachdem, wo wir spielen, auf den Füßen und bis auf 20 cm im Gesicht, du kannst nichts verstecken. Das ist komplett „pants off“ und Abfahrt (lacht).

Pfeil Seid ihr Rock’n’Roller?
Band lacht.
Hector Pascal: Hector sagt jaaaaa.
Tyler Bourbon: Tyler auch!
Hector Pascal: Ich hab‘ auch schon in Punk-Bands gespielt, aber ich hab‘ gemerkt, ich brauch‘ den Rock’n Rooooll.
Tyler Bourbon: Mit allem, was dazu gehört, so wie das sein muss.
Band: Band sagt ja.

Pfeil Was möchtet ihr noch loswerden?
Tyler Bourbon
: Kommt zu unseren Konzerten, unterstützt uns und überhaupt grundsätzlich Livemusik! Echter geht’s nicht, das hält die Szene lebendig. Kommt vorbei, habt Spaß, wir haben Spaß, alle sind froh. Stern

Mehr von Donkey Pilots findet ihr auf der Homepage.

Über den Autor

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.