Die Band „Paperwish“ macht schöne, ruhige und fidele Gitarrenmusik. Im Monster Café in Göttingen trifft Leben 37 die beiden Singer/Songwriter Viola (25) und Marian (26), die vor ein paar Monaten „Paperwish“ gegründet haben. Im Gespräch erzählen sie von der Namensfindung und wie praktisch es doch sein kann, in einer so kleinen Stadt wie Göttingen zu leben.

Interview Pfeil Im Lumière ist zum ersten Mal ein größeres Publikum auf euch aufmerksam geworden und beim Göttinger Stadtradio habt ihr noch mehr Zuhörer erreicht. Wie kam es zu diesen Auftritten?

Viola: Daran sieht man mal wieder, wie klein Göttingen ist. Alles ist irgendwie vernetzt. Ich arbeite beim Stadtradio und wurde dort gefragt, ob ich nicht mit Paperwish auftreten möchte. Und mit Fabian Fess, der die Kurzfilmabende mit organisiert (Leben 37 berichtete, Anm. d. Red.) bin ich  befreundet. Das ist der Vorteil an so einer kleinen Stadt!

Interview Pfeil Eure Band ist noch ziemlich jung, wie kam es denn zu der Zusammenarbeit?

Viola: Letztes Jahr haben wir ganz locker angefangen, zusammen Musik zu machen. Das hat sich alles ganz spontan ergeben …

Marian: Genau, wir haben auf einer WG-Party herausgefunden, dass wir beide Musik machen und ich wollte mir mal was von Viola anhören. Etwas später sind wir uns zufällig auf dem Campus begegnet und da wurde das dann beschlossene Sache. Der Anspruch war zunächst nicht unbedingt, ein großes Projekt draus zu machen. Wir haben einfach angefangen, gemeinsam zu musizieren.

Viola: Wir sind dann auch schon aufgetreten, zum Beispiel in der Blooming Bar. Aber diese offizielle Gründung von „Paperwish“ mit Namen und allem Drum und Dran hat sich erst ergeben, als der Auftritt im Lumière bevorstand.

Interview Pfeil Was hat es denn mit „Paperwish“ eigentlich auf sich? Wie kommt man zu einem Bandnamen?

Viola: Das war schwierig (lacht). Es musste ein Name her, den man auf die Flyer für den Kurzfilmabend im Lumière drucken konnte. Wir haben uns also getroffen und überlegt, kamen aber zu keinem Ergebnis.

Marian: Ja, wir haben alle möglichen Kreativ-Methoden ausprobiert (lacht).

Viola: Und irgendwann um 1.00 Uhr nachts haben wir dann noch mal telefoniert und da kam der Name „Paperwish“ auf. Das sind ja so Lampions, die in den Himmel aufsteigen. Wir dachten, das ist ein ganz schönes Bild.

Marian: Es ist generell schwierig, einen Bandnamen inhaltlich aufzuladen. Meistens wird der ja auch nicht hinterfragt. Bei einer Band, die ich mir anhöre, zerbreche ich mir in der Regel nicht den Kopf, warum sie so heißt, wie sie heißt.

Interview Pfeil  Und jetzt, da der Name steht und ihr einiges von euch hören lasst, wie wichtig ist euch das Projekt und Musikmachen allgemein?

Marian: Es ist auf keinen Fall etwas, das ich nur nebenbei mache. Ich muss jetzt nicht total durchstarten, aber mir ist „Paperwish“ und Musikmachen im Allgemeinen sehr, sehr wichtig. Ich spiele auch in einer anderen Band, „Kippers and Curtains“. Da habe ich meine ersten Banderfahrungen gesammelt.

Viola: Musik begleitet uns beide schon so lange, auch unabhängig voneinander. Ich schreibe schon lange Lieder. Das mit „Paperwish“ ist so nach und nach gewachsen, es hat einfach irgendwie gepasst. Es ist sehr wichtig für mich geworden, zumal wir uns wirklich weiterentwickeln. Wir machen eben gerne Musik und wir haben auch Lust, andere daran teilhaben zu lassen.

Interview Pfeil Habt ihr irgendein bestimmtes Vorgehen beim Schreiben von Liedern?

Viola: Es gibt da unterschiedliche Herangehensweisen. Meistens ist auch das sehr spontan. Ich bin in irgendeiner Stimmung und spiele auf der Gitarre irgendeine Akkordfolge vor mich hin. Dann singe ich vielleicht eine Melodie dazu und dann folgt erst der Text. Es ist meistens nicht so, dass ich irgendeine textliche Idee im Kopf habe und die dann anpassen will. Ich gehe da eher intuitiv ran.

Marian: Bei mir ist das ähnlich, sehr stimmungsgeleitet. Natürlich hängt das auch von der Musik ab, die man macht. Bei meiner anderen Band habe ich oft einen Rhythmus im Kopf und stimme den dann ab. Was für mich die Essenz von einem Lied ausmacht, ist das jeweilige Grundgefühl. Und da können wir beide uns ziemlich gut verständigen. Außerdem ist beim Musikmachen der Aspekt des Teilens besonders wichtig. Es geht darum, seine Ideen, Gefühle und alles, was man in so ein Lied packt, auch zu kommunizieren.

Interview Pfeil Wie teilt ihr ein Lied unter euch auf? Viola singt mehr, oder?

Marian: Viola singt besser (lacht)!

Viola: Marian spielt besser Gitarre!

Marian: Es ist ziemlich ausgewogen. Aber dadurch, dass Viola so gut und auch schon so lange singt, lerne ich viel dazu. Aber wer was singt, ergibt sich beim Arrangieren der Songs. Wir streiten uns höchstens über die Oktave, in der ein Song gespielt wird, weil Violas ideale Stimmlage für mich natürlich anstrengend ist.

Viola: Wiederrum, wenn wir zweistimmig singen, ist es egal. Dann passt es immer.

Interview Pfeil Die meisten eurer Lieder schreibt ihr selbst und euer Repertoire ist schon ziemlich umfangreich. Wie entsteht so ein gemeinsames Stück?

Viola: Einige Lieder hatten wir schon vorher. Ein paar stammen von mir, ein paar von Marian. Die haben wir dann zusammen arrangiert und ergänzt. Im Moment probieren wir viel Neues aus, und dieser Austausch ist inspirierend. Das läuft zum Beispiel so ab, dass Marian mir einen Akkord vorspielt und mir zeigt, was ihm so vorschwebt. Und ich singe dann was dazu. So entsteht Schritt für Schritt ein neues Lied.

Interview Pfeil Welches ist euer erster gemeinsamer Song?

Viola: „I’m yours“.

Interview Pfeil Habt ihr eine Band, die euch inspiriert, oder Sänger, denen ihr nacheifert?

Marian: Mein Vorbild ist ganz klar Bob Dylan. Meine Wurzeln liegen eigentlich eher so im Punk und in der Rockmusik. Diese ruhigere Seite entwickelt sich gerade mit „Paperwish“. Für „Kippers and Curtains“ habe ich zwar auch schon ruhige Songs geschrieben, aber das Repertoire ist durchwachsener. Wem wir ähneln könnten, weiß ich gar nicht.

Viola: Ich bin schon inspiriert von Gitarre spielenden Frauen, wie Cat Power oder Feist. Generell liegt mir eben am ehesten diese ruhige Schiene.

Interview Pfeil Covert ihr hin und wieder mal?

Marian: Ich hab‘ schon den Anspruch, meine Songs selbst zu schreiben. Früher mochte ich Covern nicht so gerne, mittlerweile finde ich aber, dass es auch hilfreich beim musikalischen Verständigen sein kann. Man findet heraus, welche Songs der andere gut findet und was man zusammen spielen kann.

Viola: Stimmt, so haben wir auch angefangen.

Interview Pfeil Was sind eure nächsten Pläne?

Viola: Durch den Auftritt im Lumière hat sich ein weiterer Auftritt ergeben. Auf unserer Facebook-Seite wurden wir angeschrieben und sozusagen für einen Geburtstag „gebucht“. Das war dann so ein kleines Wohnzimmerkonzert, auch sehr schön. Wir würden gerne noch häufiger in Göttingen auftreten, vielleicht im Nörgelbuff oder im Pools. Interview Ende

Paperwish ist auf Facebook anzutreffen und per E-Mail erreichbar (paperwish@gmx.de).

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