Der Esel ist ein Last- und Wüstentier. Mit wenig Futter erbringt er enorme Leistungen. Er sucht sich nicht aus, was er schleppt – er schleppt, und das mit Ausdauer. Der falsche Glamour verzogener Araberhengste geht ihm ab. Er verkörpert die Symbiose aus Genügsamkeit und Sturheit. Weil er demütig ist, ist er nicht zu demütigen. Aus dieser Lässigkeit entfaltet er subtilen Stolz und das Wissen um seine Könnerschaft. Der Esel kennt die Richtung. In diesem Sinne ist der Bandname Donkey Pilots zu verstehen.
Beim Hören ihrer Songs drängt sich die oft bemühte Metapher vom guten, reinen Whiskey geradezu auf: In Ruhe gereift und knarzig trocken. Trocken wie die Herkunftsregionen besagter Grautiere, deren Hufe nur schlecht mit dem feuchten Klima Mitteleuropas zurechtkommen. Im langen Abgang mit würziger Süße, und wenn die wohlige Wirkung des Alkohols einsetzt, ist es schon zu spät: Diese Songs schleichen sich von hinten an, um ihre Hörer dann in einem Fegefeuer von Sex, Schmutz und Seele zu verbrennen. Ein wahrer Slowburner, dieses Debütalbum, aber mit der harten Schärfe ausgesuchter Spirituosen. Das titelgebende Prinzip „Garbage Man“ erklärt sich mit einem Blick auf das Cover: Der Bastard, der seinen Betrachtern aus Dreck und Unrat einer überbordenden Konsumwelt entgegenstarrt, ist der Golem ausgezehrter Gestalten, die vom Wind aus allen vier Himmelsrichtungen zusammengetrieben werden. Für ihre Skulptur bedienen sie sich der Materialien, die sie eben vorfinden – kleine Versatzstücke, Ausschuss, darunter auch Sperr- und Sondermüll – und hauchen ihr ihren spezifischen Odem ein: eine eigentümliche Mischung aus neu und eigen wie auch einer fast altmodischen Midwestern-Eleganz. Der Garbage Man will sagen: Leute, wir kämpfen alle auf derselben Seite gegen die Auswüchse einer dekadenten Gesellschaft. Es ist hart, aber es geht. Nicht zuletzt, es war der Esel der vertikalen Combo aus Grimms Märchen, der die Losung ausgab: Etwas Besseres als den Tod finden wir überall. Donkey. Pilots. Sie direkt wieder einzusperren wäre nicht artgerecht. Es wäre fatal sich die Vielschichtigkeit und Qualität dieser Band entgehen zu lassen. Irgendwo in Raum und Zeit zwischen Rock, Blues, Alternative, Americana, Indie, Folk, UK und Amerika!

Termin

Donkey Pilots – Garbage Man Tour (Part II)
Freitag, 2. Mai 2014, Beginn: 20.30 Uhr, Einlass: 20 Uhr
Apex, Göttingen

VVK: 8,- Euro / erm. 6,- Euro (zzgl. Gebühren)
AK: 10,- Euro / erm. 8,- Euro

Hier  geht es zur Homepage von Donkey Pilots.

Text: PM / Foto: Katharina Geber

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